A U G U S T E N B U R G E R S T R A S S E (Baublock Düppelstraße)
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| Baujahr: |
1920er |
| Stadtteil: |
Altona Nord |
| Straße: |
Augustenburger Str.
Kieler Straße
Koldingstraße
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| Haustyp: |
Wohnblock |
| Geschossigkeit: |
4-geschossig |
Lage
Der 4-geschossige Baublock
Düppelstraße gehört zu dem in den
20er Jahren entstandenen Wohngebiet
Altona-Nord. Dieses Planungsgebiet
wird begrenzt von der S-Bahn-Trasse
im Süden, der Augustenburger
Straße im Norden, der Kieler Straße
im Westen und der Alsenstraße im Osten. Dieser Baublock gehörte zu Gustav Oelsners
ersten Bauten in Altona. Mit diesem und zwei weiteren Objekten (Schützenstraße
(1925-26) und Langenfelder- und Arnkielstraße (1924) wurden die Anschlüsse an eine
bereits vorhandene Blockrandbebauung hergestellt. Die Planung wurde anhand der
bereits festgelegten Straßenzüge aus der Gründerzeit ausgerichtet; einem
Stadterweiterungsplan von 1896, den Brix und Stübben bereits ausgearbeitet hatten.
Architektur
Die neuen Wohnblöcke, zu denen auch der Baublock
Düppelstraße gehörte, zeigten, dass das neue Äußere
der Bebauung als Einheit im Stadtbild wahrgenommen
werden sollte. Anders als sein Vorgänger Meyer, der
eine scheinbare Addition von Einzelhäusern ausgewiesen
hatte, entwarf Oelsner mit der Blockrandbebauung
den gegenteiligen Plan. Dazu Christoph Timm: „Die
Brüstungsbänder zwischen den seriell gereihten
Sprossenfenstern gliederten die Fassade großflächig
und horizontal. Durch die gürtelartig angelegten
Bänder, die den gesamten Bau umschlossen, wurde
der Blick des Betrachters in die Tiefe der Straße
gelenkt und die Ausdehnung des Wohnblocks somit
als Ganzes erfahrbar gemacht. Durch die effektvoll
geschwungenen, gerundeten und eingezogenen Ecken
sowie durch die vor- und rückspringenden Abschnitte
wurde gleichzeitig die Baumasse in Bewegung gesetzt
und rhythmisch inszeniert. Das Fehlen von
Verzierungen und Applikationen, Erkern und Giebeln,
selbst von Dachtraufen sowie die bündig in die Wand
eingelassenen Fenster stellt die Bebauung mit seiner
runder Eckausformung als bauliche Einheitdar, die den
Eindruck eines Stadtmauerrings und eines Schutzschildes
für das Innenleben vermittelt.“
Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass
alle Wohnbauten dieses größten Projektes
Satteldächer erhalten haben. Erst Ende der 20er
Jahre hatte Oelsner bei allen anderen Wohnbauten
grundsätzlich Flachdächer vorgesehen (von denen
verschiedene im Dritten Reich nachträglich ein
Satteldach aufgesetzt bekommen haben). Anders
als die geschlossene Straßenfront, zeigt sich die
Hofseite der Wohnblöcke offener gestaltet.
Balkone, Treppenhausfenster und Flügelbauten
weisen auf einen im Innenhof liegenden Garten,
der mit Obstbäumen und Aufenthaltsplätzen
versehen wurde. Durch die angeordneten
Kinderspielplätze und die Gartenbepflanzung
erhielt er den Charakter eines halböffentlichen
Raumes. Diese Art von Intimität vermittelte den
Bewohnern ein Heimatgefühl, das anders
wahrgenommen werden musste als andere
Hinterhofbebauungen aus der Zeit.
Die Grundrisse der viergeschossigen Gebäude mit
Keller entsprechen der Idee eines nicht alltäglichen
Wohnviertels: Im Erdgeschoss befanden sich
Gewerbeeinheiten mit einem jeweils separaten
Lagerraum und einer Raumtiefe von ca. 5 Metern,
der sich in der Eckbebauung zum Innenhof verjüngt.
Die Wohnungen im Erdgeschoss und in den darüber
liegenden Etagen wurden als Mittel- und
Kleinwohnungen geplant, entsprechend dem
typischen kommunalen Wohnungsbauprogramm der
SAGA mit 2- und 3-Zimmer-Wohnungen.
Beeinflusst von zeitgenössischen Malern wie Paul Klee bezog sich Oelsner bei seiner
Außengestaltung auf die abstrakt-expressionistischen Darstellungen der Künstler,
indem er aus der im Besitz der Stadt befindlichen Ziegelei in Schutschur am Mittellauf
der Elbe, Klinker in sämtlichen Schattierungen für die Außenhaut seiner Entwürfe
nahm. Einige Bauten wirkten durch diese Wahl wie ein kleines Feuerwerk. Ende 1925
jedoch wurde die Produktion von handwerklicher auf maschinelle Basis umgestellt und
das Abschneiden der Mauersteine automatisiert, sodass der Wohnblock Düppelstraße
von diesen farbenfrohen Ziegeln nicht mehr profitieren konnte.
Fazit
Bis auf die den Umbau der ursprünglichen Fenster und Veränderungen in der
Ladenzeile hat dieser Baukörper sein Erscheinungsbild erhalten.
(Textbeitrag aus Ausstellungskatalog “stadt-visionen-antworten”)
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