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GUSTAV OELSNER - Architekt für Altona
1879 - 1956
Städtebau der 20er Jahre

Generalsiedlungsplan
Grüngürtel
Altonaer Volkspark
Elbparks
Klinkerfassaden



           

D E R   G E N E R A L S I E D L U N G S P L A N


  Der städtebauliche Charakter der Stadt Altona

Altonas städtebaulicher Charakter erschließt sich aus seiner geschichtlichen Entwicklung und aus der geographischen Lage, im Süden begrenzt durch die Elbe, im Osten durch den Taleinschnitt des Pepermölenbek, der natürlichen Grenze zu Hamburg, im Westen das Dorf Ottensen im ehemaligen Territorium Pinneberg. Gegründet etwa 1535, stand Altona rund 200 Jahre (1664-1864) unter dänischer Herrschaft und wuchs im Laufe dieser Zeit zur zweitgrößten Stadt Dänemarks nach Kopenhagen heran. Im Nordischen Krieg (1710-13) wurden zwei Drittel der Stadt niedergebrannt, nach Kriegsende folgte sodann ein systematischer Wiederaufbau unter der Leitung des königlichen Baumeisters Claus Stallknecht. 1784 trat Christian Frederick Hansen sein Amt als königlicher Landbaumeister für Holstein mit Sitz in Altona an. Hansen schuf die für diese Zeit bauhistorisch wichtigsten Gebäude im klassizistischen Stil, wie z. B. das Gebäudeensemble an der Palmaille. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Altona im Zeichen der Industrialisierung und begünstigt durch die Nachbarstadt Hamburg zu einer eigenständigen, wirtschaftskräftigen Großstadt. 1806 zählte Altona 23.000 Einwohner, 1864 bereits 53.000. Carl Heinrich Caspar Behn (Bürgermeister von 1838-1853) verantwortete die erste große Stadterweiterung nach Norden, die als Grundlage für weiteres Wachstum erforderlich war. Einen Wendepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung bedeutete allerdings das Jahr 1853, Altona wurde zum Freihafen erklärt und viele Gewerbebetriebe verließen die Stadt, um sich in Ottensen anzusiedeln. Dort entstand nun seinerseits eine Industriestadt, jedoch völlig ohne städtebauliche Planung bzw. Regelung, im Hinblick auf die weitere Entwicklung ein wichtiger Umstand. 1889 folgte die Eingemeindung von Ottensen, jetzt zählte Altona bereits 105.000 Einwohner. Durch das regellose Wachstum von Ottensen herrschten dort miserable Wohn- und Arbeitsverhältnisse. In den Arbeiterquartieren war ein Zustand der Überbevölkerung erreicht, der von mangelnden hygienischen Verhältnissen, einer hohen Säuglingssterberate und einer generellen Unterversorgung mit Licht und Luft begleitet wurde. Die Cholera-Epidemie 1892 brachte weiteres Elend. Oberbürgermeister Franz Adickes (1846-1915), im Amt 1883-90, setzte nachhaltige städtebauliche und wirtschaftspolitische Reformen in Gang. Der Hauptbahnhof, der zu tief in das Innere der Stadt führte, wurde verlegt; Straßendurchbrüche erfolgten und es wurden umfangreiche Hafenarbeiten vorgenommen, die es Altona ermöglichten, Hauptanlegeplatz der deutschen Fischereiflotte zu werden. Adickes erreichte außerdem die angesichts der Überbevölkerung dringend benötigte weitere Gebietserweiterung in nördlicher und westlicher Richtung, 1890 kamen Bahrenfeld, Othmarschen und Oevelgönne hinzu. Das Stadtgebiet vergrößerte sich um mehr als das Vierfache. Joseph Stübben aus Köln, der vielleicht wichtigste Städtebauer dieser Zeit in Deutschland, erstellte 1893/94 die ersten Erweiterungspläne.

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