D E R G E N E R A L S I E D L U N G S P L A N
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Der städtebauliche Charakter der Stadt
Altona
Altonas städtebaulicher Charakter erschließt
sich aus seiner geschichtlichen Entwicklung
und aus der geographischen Lage, im Süden
begrenzt durch die Elbe, im Osten durch den
Taleinschnitt des Pepermölenbek, der
natürlichen Grenze zu Hamburg, im Westen
das Dorf Ottensen im ehemaligen Territorium
Pinneberg. Gegründet etwa 1535, stand
Altona rund 200 Jahre (1664-1864) unter
dänischer Herrschaft und wuchs im Laufe
dieser Zeit zur zweitgrößten Stadt
Dänemarks nach Kopenhagen heran. Im
Nordischen Krieg (1710-13) wurden zwei
Drittel der Stadt niedergebrannt, nach
Kriegsende folgte sodann ein systematischer
Wiederaufbau unter der Leitung des
königlichen Baumeisters Claus Stallknecht.
1784 trat Christian Frederick Hansen sein
Amt als königlicher Landbaumeister für
Holstein mit Sitz in Altona an. Hansen schuf
die für diese Zeit bauhistorisch wichtigsten Gebäude im klassizistischen Stil, wie z. B.
das Gebäudeensemble an der Palmaille. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Altona
im Zeichen der Industrialisierung und begünstigt durch die Nachbarstadt Hamburg zu
einer eigenständigen, wirtschaftskräftigen Großstadt. 1806 zählte Altona 23.000
Einwohner, 1864 bereits 53.000. Carl Heinrich Caspar Behn (Bürgermeister von
1838-1853) verantwortete die erste große Stadterweiterung nach Norden, die als
Grundlage für weiteres Wachstum erforderlich war. Einen Wendepunkt in der
wirtschaftlichen Entwicklung bedeutete allerdings das Jahr 1853, Altona wurde zum
Freihafen erklärt und viele Gewerbebetriebe verließen die Stadt, um sich in Ottensen
anzusiedeln. Dort entstand nun seinerseits eine Industriestadt, jedoch völlig ohne
städtebauliche Planung bzw. Regelung, im Hinblick auf die weitere Entwicklung ein
wichtiger Umstand. 1889 folgte die Eingemeindung von Ottensen, jetzt zählte Altona
bereits 105.000 Einwohner. Durch das regellose Wachstum von Ottensen herrschten
dort miserable Wohn- und Arbeitsverhältnisse. In den Arbeiterquartieren war ein
Zustand der Überbevölkerung erreicht, der von mangelnden hygienischen
Verhältnissen, einer hohen Säuglingssterberate und einer generellen Unterversorgung
mit Licht und Luft begleitet wurde. Die Cholera-Epidemie 1892 brachte weiteres Elend.
Oberbürgermeister Franz Adickes (1846-1915), im Amt 1883-90, setzte nachhaltige
städtebauliche und wirtschaftspolitische Reformen in Gang. Der Hauptbahnhof, der zu
tief in das Innere der Stadt führte, wurde verlegt; Straßendurchbrüche erfolgten und
es wurden umfangreiche Hafenarbeiten vorgenommen, die es Altona ermöglichten,
Hauptanlegeplatz der deutschen Fischereiflotte zu werden. Adickes erreichte außerdem
die angesichts der Überbevölkerung dringend benötigte weitere Gebietserweiterung
in nördlicher und westlicher Richtung, 1890 kamen Bahrenfeld, Othmarschen und
Oevelgönne hinzu. Das Stadtgebiet vergrößerte sich um mehr als das Vierfache.
Joseph Stübben aus Köln, der vielleicht wichtigste Städtebauer dieser Zeit in
Deutschland, erstellte 1893/94 die ersten Erweiterungspläne.
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