banner3.jpg
    lunapark.jpg
OELSNER VITA / BAUTEN


Lebenslauf

Gebäude in HH - Altona

Wohnungsbauten
Bahrenfelder Steindamm
Rathenaupark “Moltkeblock”
Augustenburger / Kieler Str.
Koldingstraße
Lunapark
Helmholtzstraße
Schützenstraße
Luruper Chaussee
Steenkamp-Siedlung
Rulantweg
Otzenstraße

Wohlfahrtsbauten
Schwesternwohnheim
Arbeitsamt Kieler Straße
Gewerbeschule
Pestalozzi-Schule

Gebäudeverlust





           

L U N A P A R K


 
Baujahr: 1928/29
Stadtteil: Altona Nord
Straße: Kieler Straße
Waidmannstraße
Lunapark
Memellandallee
Haustyp: Wohnblock
Geschossigkeit: 5/6-geschossig


Lage
Der Wohnblock Lunapark befindet sich in Altona-Nord an der Kieler- und Waidmannstraße, dem Lunapark und der Memellandallee. Die Errichtung des Gebäudes erfolgte 1928/1929, eine 5- und 6-geschossige Blockrandbebauung, mit typisierten Kleinwohnungen des kommunalen Wohnungsbauprogramms der SAGA.


Architektur
Der in Stahlskelettbauweise errichtete Wohnblock ist sehr stark horizontal gegliedert, welches durch den Wechsel von Fensterbändern und einer ockerfarbenen Klinkerverkleidung hervorgerufen wird. Die Brüstungsbänder sind abwechselnd in liegendem und stehendem Steinformat gemauert worden und haben eine dunklere Farbe. Gustav Oelsner gelang es mit diesem Gestaltungsmittel, seinen rhythmisch gegliederten Baukörpern Plastizität zu verleihen. Mit der ockerfarbenen Klinkerverblendung und den horizontalen Fensterbändern vereinte Gustav Oelsner modernste Konstruktions- und Gestaltungsprinzipien, die als eine prototypische Lösung für die Architektur der 20er Jahre gilt. Das lebhafte Farbenspiel der Klinker- verkleidung setzt sich hauptsächlich aus warmen Rot-, Ocker-, Gelb- und Grüntönen zusammen. Das 5. bzw. 6. Staffelgeschoss ist vollständig mit Kupferplatten verkleidet, deren Patina zur Farbe des Klinkers eine wirkungsvolle Ergänzung versprechen sollte. Der Baukörper bildet die nördliche, westliche und südliche Flanke eines größeren Blocks, und bilden negative Ecken aus. So entsteht das Bild einander verschmolzener Einzelblöcke.



Auffällig sind die genieteten Stahlträger der Eckpfeiler zwischen den Wohnzimmerfenstern und den Loggien, sowie mittig zwischen den Fensterbändern. Diese Fensterbänder werden durch die sechsfache Reihung der Fensterelemente gebildet. Das gleiche Motiv taucht auch bei den Treppenhausfenstern auf.




Die Dachterrasse und das abschließende Flachdach verleihen dem Bau den typischen, streng linearen und kubischen Charakter. Nach dem Bezug des Wohnblocks wurden einheitlich rot-weiß gestreifte Markisen für die Loggien vorgesehen. Die Hofseite und der Innenhof blieben bis auf einen großen Wäschetrockenplatz ungestaltet, dafür wurde vor dem Block am Lunapark ein Spielplatz angelegt.

Der Grundriss
Wohnblock besteht aus 4 bzw. 5 Geschossen jeweils mit Staffelgeschoss. Die 13 Treppenhäuser erschließen die Zweispännerwohnungen. Die sich gegenüberliegenden Wohnungsgrundrisse sind gespiegelt. Alle Wohnungen enthalten einen Flur, Badezimmer, Küche und je nach Block zweieinhalb bis vier Zimmer. Jede Wohnung hat eine Loggia oder eine Dachterrasse.

Es entstanden 148 standardisierte 2 ½- bis 4-Zimmerwohnungen, die erstmals mit Kleinküchen und Einbaumöbeln anstelle der bis dahin üblichen Wohnküchen ausgestattet waren. Dafür wurden Küche und Wohnzimmer mit einer Tür verbunden.


DerWohnblock Lunapark wurde während des Zweiten Weltkrieges durch Luftangriffe beschädigt und in den 50er Jahren wiederaufgebaut. Dabei verloren die Staffelgeschosse ihre Kupferverkleidung. In den 90er Jahren wurden nochmals umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt, die die Wiederherstellung der ursprünglichen Fassadengestaltung sicherte. Die Kupferverkleidung wurde wieder angebracht und die Fassade ausgebessert. Diese Fassadenausbesserungen sind sichtbar, weil die ersetzten Klinker nicht mehr die ursprüngliche, gelbbraune Ockerfarbe aufweisen, sondern jetzt in einem hellen Gelb dem Betrachter ins Auge fallen.



Die einheitliche Gestaltung der Loggien ist leider einer individuellen Gestaltungsfreiheit gewichen. Die Hoffassade wurde durch das Aufbringen einer Thermohaut sowie dem Einbau einfacher Kunststofffenster ohne Sprossenteilung erheblich verändert.

(Textbeitrag aus Ausstellungskatalog “stadt-visionen-antworten”)