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OELSNER VITA / BAUTEN


Lebenslauf

Gebäude in HH - Altona

Wohnungsbauten
Bahrenfelder Steindamm
Rathenaupark “Moltkeblock”
Augustenburger / Kieler Str.
Koldingstraße
Lunapark
Helmholtzstraße
Schützenstraße
Luruper Chaussee
Steenkamp-Siedlung
Rulantweg
Otzenstraße

Wohlfahrtsbauten
Schwesternwohnheim
Arbeitsamt Kieler Straße
Gewerbeschule
Pestalozzi-Schule

Gebäudeverlust





           

R A T H E N A U P A R K  -  “ M O L T K E B L O C K ”


 
Baujahr: 1922
Stadtteil: Ottensen
Straße: Am Rathenaupark
Othmarscher Kirchenweg
Griegstraße
Haustyp: Wohnblock
Geschossigkeit: 3-geschossig


Lage
Bernadottestr. (ehem. Moltkestr.), Am Rathenaupark, Othmarscher Kirchenweg, Griegstr. (ehem.Brahmsstraße) Der ursprünglich genannte „Moltkeblock“ in Ottensen war eines der ersten Wohnungsbauprojekte in Altona zwischen den beiden Weltkriegen, mit 176 Wohnungen. Unmittelbar nachdem die Stadt die SAGA Mitte des Jahres 1922 mit dem Bau der Verwaltung der Steenkampsiedlung beauftragt hatte, begann die Gesellschaft am Rathenaupark mit dem Bau ihrer ersten Geschosswohnungsanlage.

Der Vorgänger Oelsners, der 1920 mit der Ausführung des kommunalen Wohnungsbaus in Altona betraute Bausenator Kurt Meyer, begann mit der Planung des Blocks, von dessen Ostansicht es eine farbige Abbildung gibt (s. Th. Hoffmann Bd. I, S. 221). 1924 hatte Gustav Oelsner das Amt des Bausenators und die weitere Planung des „Moltkeblocks“ übernommen und die Planung des Moltkeblockes an der Griegstraße fortgesetzt.

Es fiel Oelsner offensichtlich nicht schwer, die angefangene Arbeit zu vollenden, da er noch 1927 schrieb: „Die städtebauliche Zielsetzung für unsere Stadt war schon während der Amtszeit meines Vorgängers Auflockerung der Wohnweise und Schaffung von Grünflächen in großem Maßstab... Wir setzen diese Arbeit fort.“ Wenn man Oelsners spätere Bauten betrachtet, die sich viel mehr am „Neuen Bauen“ orientieren, ist man zunächst erstaunt über diese Aussage; denn er lehnte die bürgerliche Bauweise beim „Moltkeblock“ nicht ab, vielmehr erkannte er die großzügige Planung und die solide Bauweise auch im Hinblick auf die städtebauliche Situation an. An der von ihm ausgeführten Bebauung des Othmarscher Kirchenweges kann man erkennen, dass er die Vorgaben aufgriff, jedoch eine reduziertere Formensprache als sein Vorgänger anwendete. Gustav Oelsner stellte damit einmal mehr unter Beweis, dass es ihm nicht um Selbstdarstellung ging, sondern immer um die Einhaltung der großen städtebaulichen Ziele für die Gemeinschaft.

Die Wohnanlage am Rathenaupark zeichnet sich durch die vergleichsweise geringe Bebauungsdichte und den außerordentlich großen Innenhof aus. Die drei- bis viergeschossige Blockrandbebauung plus Dachgeschoss umschließt einen weiten Hof, der überwiegend mit Kleingärten angelegt wurde und in deren Mitte sich ein Gemeinschaftsbereich mit Kinderspielplatz befindet.


Architektur
Von 1922-1925 wurden die Häuser in einzelnen Abschnitten errichtet. Sie folgten einem einheitlichen städtebaulichen Entwurf, der charakterisiert ist durch die geschlossene Blockrandbauweise in einheitlichem Maßstab und sorgfältig komponierter Durchgestaltung dieses Blockrandes. Die nördlichen Ecken sind konkav eingezogen, im Falle der Nordostecke ist ein Baukörper vorgelagert, so dass eine Vorhofsituation entsteht. Der westliche Blockrand springt zurück, der südliche ist mittig aufgebrochen. Dabei hat Meyer auf Gliederungsmotive des Heimatstils zurückgegriffen. Auch der Aufbau der Fassaden orientiert sich an diesem Stil: Helle Putz- und rote Klinkerbauweise stehen nebeneinander, jeder Abschnitt hat seine eigenen Dekorations- und Gliederungsmotive. Es ergibt sich eine Individualität der einzelnen Segmente, die z. B. durch Symmetrien und Achsen bei der Fensteranordnung wieder als ein Ganzes zusammengefügt werden.



Diese bürgerlich anmutende äußere Erscheinung wird im Inneren nicht fortgesetzt. Es ist dort spartanischer als man vermutet. Es entstanden Wohnungen mit drei bis vier Zimmern mit je 15-20 m², einer Küche mit Speisekammer, Bad und Loggia.
Die großen Möbel der Gründerzeit konnten dort allerdings nicht untergebracht werden, daher plante Oelsner Einbauschränke ein, wie auch in seinen Kleinwohnungen für die Arbeiterschaft. Zu seinen Hauptzielen gehörte es z. B.: „Heimstätten für Menschen“ zu schaffen, d. h.:

1. Großzügigkeit und Solidität
2. Wohnungen mit Gärten als „einen spürbaren Übergang in die Landschaft“
3. Lebendigkeit durch Einplanung kleiner Läden und Restaurants


All dies war bei der Planung des Wohnblocks an der heutigen Bernadottestraße gegeben.

Fazit
1950 wurden die durch den Krieg zerstörten Häuser am Othmarscher Kirchenweg Nr. 5, 7 und 9 vom Architekten Erich Mann wieder aufgebaut. Heute macht die Anlage immer noch einen gepflegten Eindruck. Verwaltet wird sie nur noch zum Teil von der SAGA, den größten Teil hat die ALLIANZ übernommen. Die Bauakten fehlen weitgehend.

(Textbeitrag aus Ausstellungskatalog “stadt-visionen-antworten”)